Ein kleiner Testbericht zum
FM-Transmitter "MusicFly pro", der "Musikfliege"

 

Auch wenn man ein Autoradio hat, das MP3-Dateien von CD abdudeln kannn, ist es doch ziemlich aufwendig, dafür neue Musik, Hörbücher oder Podcasts ständig auf CD brennen zu müssen. Schade, dass das Radio keinen externen Eingang für SD-Karten hat, sei es ein USB-Anschluss oder ein Karten-Slot.

Da kommt dieser FM-Transmitter von DNT gerade recht. "MusicFly Pro" ist ein MP3-Player, der den Sound nicht zu einem Kopfhörer schickt, sondern ihn wie ein UKW-Radiosender zum Radio funkt. Dafür reichen 50 Nanowatt. Man muss das Radio nur auf die Frequenz tunen, auf welcher der Player gerade sendet und schon hat man sein persönliches Radio, eine genial einfache Lösung - die liberalisierte Funkfrequenznutzung macht's möglich. Sollte man während der Fahrt in das Sendegebiet eines richtigen UKW-Senders vordringen, kann man das Radio und den Player per Tastendruck auf eine alternative vorprogrammierte Frequenz einstellen.

Über die USB-Buchse lassen sich beliebige Datenquellen anschließen: Speichersticks, Card-Reader, Navis, externe Festplatten... sofern sie nicht mehr als 200mA ziehen. Auf dem Foto steckt ein kleiner SD-Card-Adapter in der "Fliege". Bis zu 500 Dateien lassen sich in 10 Verzeichnissen ansteuern. Eine bestimmte Reihenfolge kann man definieren, indem man die Dateinamen mit zweistelligen Nummern versieht. Ein kleines dreistelliges Siebensegment-Display zeigt Status, Frequenz, Titelnummer oder Spielzeit an. Über fünf Tasten lässt sich vorwärts/rückwärts skippen, auf Pause schalten und das Verzeichnis wechseln. Es gibt auch einen Wiederholmodus, in dem der Verzeichnisinhalt immer wieder abgespielt wird.

Die Stromversorgung erfolgt über die 12V-Anschlussbuchse in der Konsole, an der sich das kleine Gerät über ein Neigegelenk und durch Drehen in der Buchse flexibel einstellen lässt. Universeller wird's durch einen kleinen Klinkenbuchseneingang zum Anschluss einer externen Sound-Quelle (MP3-Player, CD-Player, Walkman), die anstelle der MP3-Dateien zum Radio gefunkt wird.

Eine nützliche Funktion ist die Anzeige von Titel und Interpret, die als ID3-Tags in der Datei enthalten sind und über das RDS auf das Autoradio-Display gefunkt werden. Normalerweise erscheint dort der Name des Radiosenders (PS). Wahlweise kann man sich die Infos 8-zeichen-weise anzeigen lassen oder als Scroll-Text.

Die MP3-Kompatibilität wurde hier nicht weiter getestet. MP3- und WMA-Dateien mit 128kbps und 196kbps, CBR/VBR-kodiert, werden jedenfalls problemlos abgespielt.

Prinzipbedingte Nachteile

  • etwas schlechterer Klang durch eingeschränkten Frequenzbereich (UKW) und geringeren Rauschabstand
  • Der Empfang von Verkehrsfunkdurchsagen (RDS-TP/TA) ist beim eigenen Radioprogramm leider nicht mehr möglich.
  • Vorteile

  • klein und flexibel
  • ohne Verkabelung
  • noch guter Klang, etwas basslastig
  • 7 UKW-Frequenzen voreinstellbar
  • Nachteile am Gerät

  • keine interne Stromquelle vorhanden, die auch einen Stand- Alone-Einsatz ermöglichen würden.
  • Anders als vom Autoradio gewohnt, schaltet sich die "Fliege" nicht automatisch ab. Man muss also selbst daran denken. Es gibt aber zumindest einen automatischen Stand-by-Mode, wenn keine Musik mehr läuft.
  • Wenn schon Infos über RDS, dann doch bitte mehr! Neben dem 8-stelligen PS gibt es ja auch den Radiotext (RT), der Textzeilen mit bis zu 64-Zeichen erlaubt, so dass sich leicht weitere ID3-Tag-Infos im Radio anzeigen ließen, sofern das Autoradio eine komfortable Anzeige dafür bietet.
  • Dass das Gerät "MusicFly" heißt, ist ja ganz schön zu wissen, aber diese Info permanent im RDS-Display angezeigt zu bekommen ist doch reichlich überflüssig - und nervt, weil man teils unnötig lange aufs Radio schauen muss, bis die eigentlichen Musikinfos erscheinen.
  • Falls keine ID3-Tags vorliegen, sollte zumindest der Dateiname angezeigt werden. Die letztgenannten Funktionen sollten nicht allzu aufwendig zu integrieren sein, weil sie weder groß Speicher noch Rechenzeit benötigen.
  • Leider kann man nicht innerhalb einer MP3-Datei navigieren. Ein kurzes Zurückspringen z. B. in einem Hörbuch nach einer ablenkenden Verkehrsituation ist nicht möglich.
  • Fazit: Alles in allem ist "MusicFly pro" ein empfehlenswerter kleiner Player, der einem die ganze MP3-Sammlung im Auto erschließt.

    © 2008 by Olav Herbst




    MusicFly Pro im Einsatz




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